Bertolt Brecht (1898–1956)
Eugen Berthold Friedrich Brecht, bekannt als Bertolt Brecht, ist einer der einflussreichsten deutschen Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts. Er revolutionierte das Theater durch das Konzept des "Epischen Theaters".
Kurzbiografie
- 1898: Geboren am 10. Februar in Augsburg.
- 1920er: Erfolge in Berlin (z.B. "Die Dreigroschenoper", 1928). Entwickelt seine marxistische Weltanschauung.
- 1933: Flucht vor den Nationalsozialisten (Exil). Stationen: Prag, Wien, Zürich, Dänemark, Schweden, Finnland, USA.
- 1938/39: Im dänischen Exil entsteht die erste Fassung des "Leben des Galilei".
- 1947: Verhör vor dem "Ausschuss für unamerikanische Umtriebe" in den USA wegen Kommunismus-Verdacht. Brecht verlässt die USA einen Tag später.
- 1949: Gründung des "Berliner Ensembles" in Ost-Berlin (DDR).
- 1956: Tod am 14. August in Berlin.
Die drei Fassungen des "Galilei"
Brecht hat das Stück sein Leben lang bearbeitet, je nach politischer Weltlage:
- Dänische Fassung (1938/39): Galileis Widerruf wird als List interpretiert (Widerstand im Geheimen gegen ein totalitäres Regime – Parallele zu den Nazis).
- Amerikanische Fassung (1945–47): Nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima ändert Brecht seine Sicht radikal. Galilei wird zum Verräter an der Menschheit, weil er die Wissenschaft der Macht ausliefert.
- Berliner Fassung (1955): Die Endfassung, die heute meist gespielt wird. Sie betont die gesellschaftliche Verantwortung des Wissenschaftlers noch stärker.